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Gesellschaft CJZ Kassel e.V.

Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Kassel e.V.
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34119 Kassel

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Fax. 0561 / 879 479 59

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Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Kassel e.V.


Trauer um die Opfer in Nahost 
Nein zum Terror gegen Juden in Deutschland


Mit Entsetzen sehen wir die Bilder aus Israel und den palästinensischen Gebieten mit erneut dramatisch eskalierender Gewalt. Wir trauern um alle Opfer, die diese Auseinandersetzung inzwischen gefordert hat.

Es ist jetzt absolut notwendig, dass alle relevanten politischen Kräfte darauf dringen, ein Ende der Gewalt zu erzielen und substantielle Schritte für eine Wiedereröffnung der Gespräche zur Verständigung zwischen Israelis und Palästinensern in die Wege zu leiten.

Inzwischen ist die Gewalt aber auch in Deutschland angekommen und betrifft uns ganz konkret. Unsere Mitgliedsgesellschaften berichten aus verschiedenen Städten von Anschlägen auf Synagogen und andere jüdische Einrichtungen. Diesen Terror, der erneut undifferenziert und kollektiv Jüdinnen und Juden hier vor Ort für Ereignisse in Israel in Haftung nimmt und damit eine zutiefst antisemitische Haltung offenbart, lehnen wir entschieden ab.

Bad Nauheim, 13. Mai 2021
Das Präsidium des Deutschen Koordinierungsrates


* A K T U E L L *

„Tu deinen Mund auf für die Anderen“ (Sprüche 31,8)

Beitrag von Prof. Dr. Ilse Müllner aus der Doppelschriftauslegung am 9. März 2021
zum Loblied der Hanna aus  dem 1. Samuelbuch, Kap. 2-1-11.

In ihrer Textauslegung stellt die Referentin die biblische Hanna als selbstbewusste Frau vor, die selbst mannigfaches Unrecht und viele Kränkungen erlebt hat. Schließlich stellt sich Hanna mitten ins Heiligtum und tut ihren Mund auf für umfassende Gerechtigkeit und unteilbare Würde aller Menschen. Ihr Loblied wird im Lukasevangelium zur Vorlage des Magnificat der Maria. Nicht zuletzt versteht Ilse Müllner diese biblische Erzählung als einen aktuellen Beitrag zu Machtkritik und Machtmissbrauch in der Kirche.

Zum Vortrag...

Dr. Ilse Müllner ist Professorin für Biblische Theologie an der Universität Kassel. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Biblisches Erzählen, Samuelbücher, theologische Genderforschung und sexualisierte Gewalt.Sie ist Mitglied des gesprächskreises „Juden und Christen“ beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken.


Schön, dass Sie auf unsere Homepage gefunden haben!

Die Kasseler Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit wurde 1953 gegründet.

Am Anfang standen Persönlichkeiten wie Paul Brandstetter, Wolfgang Hallwachs, Hermann Schafft und Julius Schuster. Die leidvolle und grauenhafte Erfahrung des 2. Weltkrieges und die Kenntnis des Genozids an den europäischen Juden waren Grund und Motiv für die Initiative, unsere Gesellschaft zu gründen. Antisemitismus, Rassismus, Militarismus, nationale Überheblichkeit, religiöse Intoleranz, weltanschaulichen Fanatismus sollte es nicht mehr geben. Hier wollten Frauen und Männer aus der Geschichte lernen.

Heute, im Vereinten Deutschland, bedroht neonazistische Gewalt erneut das Zusammenleben der Menschen. Fremdenfeindlichkeit, Diskriminierung, Haß und Gewalt ziehen eine blutige Spur durch die Bundesrepublik Deutschland. Auch der Antisemitismus regt sich wieder.

Dem allen versucht die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit entgegenzutreten, und sie weiß sich mit allen religiösen, demokratischen, politischen und sozialen Kräften mit gleicher Zielsetzung verbunden und sucht die Zusammenarbeit. Die Mitglieder unserer Gesellschaft wollen informieren und auf Gefahren hinweisen; sie sind der Überzeugung, daß die Greueltaten der Nazibarbarei nicht vergessen, nicht verdrängt, nicht aufgerechnet oder geleugnet werden dürfen. Dies sind wir den unzähligen Opfern und unserer eigenen Identität schuldig.

In diesem Sinne veranstaltet unsere Gesellschaft Vorträge, Seminare und Symposien; außerdem unternimmt sie Fahrten zu Gedenkstätten und Ausstellungen. Sie vermittelt Referenten und Materialien für Schulklassen und Kirchengemeinden.

Das Verhältnis zwischen Christen und Juden zu verbessern, ist Schwerpunkt der Arbeit unserer Gesellschaft. Dies geschieht durch intensive Beschäftigung mit dem Trennenden und Verbindenden unserer religiösen Traditionen, mit den Belastungen aus der Vergangenheit und den Problemen der Gegenwart. Dazu gehört auch die Förderung von Begegnungen und die Pflege der Beziehungen zu Israel.

In unserer Gesellschaft engagieren sich Christen verschiedener Bekenntnisse, Juden unterschiedlicher Traditionen, aber auch Menschen anderer Anschauung. Verbindliches Ziel ist die Verwirklichung der Brüderlichkeit und Schwesterlichkeit aller Menschen ohne Unterschied ethnischer, religiöser, politischer oder sozialer Herkunft.

Als bundesweite Vereinigung vertritt der Deutsche Koordinationsrat die  über achtzig lokalen und regionalen Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit auf nationaler und internationaler Ebene mit ca. 20.000 Mitgliedern, Freunden und Förderern. Er ist zudem größtes Einzelmitglied im Internationalen Rat der Christen und Juden (ICCJ), in dem über vierzig nationale Vereinigungen für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit vertreten sind.